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Flexibel arbeiten im Sommer

Wie du Job und Freizeit in der schönsten Zeit des Jahres unter einen Hut bekommst

Ich geb’s zu: Ich bin in dieser Hinsicht ziemlich privilegiert. Mein Büro ist mein Macbook, mein Meetingraum ein Videocall und mein Arbeitsplatz… Na ja, der ist eigentlich überall, wo es WLAN gibt. Im Sommer bedeutet das: Kaffee auf der Terrasse, Arbeit erledigt, nachmittags an den See. Klingt gut, oder?

Aber ich weiß auch, dass das für die meisten Menschen so nicht funktioniert. Wer im Handwerk arbeitet, im Schichtdienst, in der Pflege oder im Einzelhandel, also all die, die jeden Tag mit echten Händen echte Arbeit leisten, für die sind „flexible Arbeitszeiten“ und „Home-Office-Tage“ keine Option, sondern schlicht eine andere Welt. Das wird viel zu oft vergessen, wenn über Work-Life-Balance im Sommer geschrieben wird. Auch hier.

Trotzdem: Ein paar der folgenden Gedanken und Tipps lassen sich vielleicht auch dann anwenden, wenn der eigene Job weniger Spielraum lässt als man sich wünscht.

Was flexibles Arbeiten im Sommer wirklich bedeutet

Flexibel arbeiten heißt nicht unbedingt, von überall aus arbeiten zu können. Es bedeutet vor allem, bewusst mit der eigenen Zeit umzugehen und im Sommer besonders darauf zu achten, dass Arbeit und Freizeit nicht einfach ineinander verschwimmen.

Denn das ist die eigentliche Gefahr. Wer flexibel ist, ist auch immer ein bisschen erreichbar. Wer von zu Hause arbeitet, hat keine klare Grenze zwischen Schreibtisch und Sofa. Und wer seinen Laptop mit in den Urlaub nimmt, arbeitet meistens mehr als geplant und erholt sich weniger als nötig.

Flexibilität ist ein Geschenk, aber nur wenn man sie auch wirklich nutzt. Für die Freizeit, nicht nur für die Arbeit.

Was du konkret tun kannst, egal in welchem Job

Mit dem Chef reden, bevor der Sommer da ist.

 Wer flexible Arbeitszeiten oder Home-Office-Tage möchte, fragt am besten früh und nicht erst wenn der Urlaubsplan schon steht. Ein frühes Gespräch über Erwartungen und Möglichkeiten spart später Stress auf beiden Seiten. Und es schadet wirklich nie zu fragen.

Klare Prioritäten setzen.

Was muss vor dem Urlaub unbedingt erledigt sein, was kann warten? Eine kurze Liste hilft dabei, den Kopf freizubekommen und verhindert, dass man gedanklich noch im Büro ist, während man eigentlich am See sitzt. Der Zeigarnik-Effekt lässt grüßen.

Grenzen setzen und kommunizieren.

Flexibilität bedeutet nicht dauerhafte Erreichbarkeit. Wer klare Zeiten definiert „ich bin bis 15 Uhr erreichbar, danach nicht mehr“ und das offen kommuniziert, schützt seine Freizeit ohne schlechtes Gewissen. Das gilt übrigens besonders für Selbstständige, die sonst schnell in die Falle tappen, immer verfügbar zu sein.

Technologie nutzen, aber bewusst.

Videokonferenzen, Cloud-Tools, mobile Apps,… All das macht ortsunabhängiges Arbeiten möglich. Aber dieselbe Technologie, die dich flexibel macht, kann dich auch fesseln, wenn du nicht aufpasst. Also: Arbeitstools auf dem Handy ja, aber Push-Benachrichtigungen nach Feierabend aus.

Urlaub wirklich als Urlaub behandeln.

Das klingt offensichtlich, ist es aber nicht. Wer im Urlaub „nur kurz“ die Mails checkt, verlängert den Arbeitstag und verkürzt die Erholung. Wer wirklich abschaltet, auch digital, kommt mit mehr Energie zurück und bringt damit langfristig auch mehr Leistung. Das ist keine Faulheit, das ist Strategie.

Und für alle, die keine Wahl haben

Schichtarbeit, Handwerk, Pflege, Einzelhandel,…
Wer in diesen Berufen arbeitet, kann sich vieles von dem oben Gesagten schlicht nicht aussuchen. Keine Home-Office-Option, keine flexiblen Zeiten, kein „ich mach das einfach von der Terrasse aus.“

Was trotzdem geht: Die freien Tage wirklich schützen. Keine Überstunden anhäufen, wenn es nicht sein muss. Den Urlaub frühzeitig planen und sich nicht hintenanstellen. Und vor allem: Die Pausen im Job wirklich als Pause nutzen. Raus, frische Luft, Sonne, auch wenn es nur 15 Minuten sind.

Der Sommer gehört nicht nur denen, die ortsunabhängig arbeiten. Er gehört allen. Manchmal braucht es nur ein bisschen mehr Planung, um das auch wirklich so zu leben.


Kategorie Work-Life-Balance

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