Joulutorttu
Finnisches Weihnachtsgebäck
Leicht abgewandelt, aber mit genau dem Geschmack, der in Finnland zur Adventszeit dazugehört
Joulutorttu sind in Finnland das, was bei uns Vanillekipferl oder Lebkuchen sind: absolutes Pflichtprogramm. Diese sternförmigen Blätterteig-Gebäckstücke liegen in finnischen Küchen jedes Jahr ab Mitte November herum – meistens gut sichtbar, damit jeder „nur kurz“ eins nehmen kann. Genau dieses Gebäck habe ich hier etwas leichter interpretiert: mit Skyr, etwas weniger Fett und ohne dass der Geschmack leidet. Der Teig wird zart, hält die Marmelade gut und hat trotzdem etwas von diesem typisch finnischen „knusprig, aber nicht trocken“-Gefühl.
Was Joulutorttu so typisch finnisch macht
Finnische Weihnachtsbäckerei wirkt im ersten Moment schlicht – kaum Zuckerguss, keine bunte Dekoration, kein großes Brimborium. Aber genau darin steckt der Charme. Joulutorttu bestehen aus wenigen Zutaten, der Klassiker verwendet Blätterteig und eine Pflaumenmarmelade, die traditionell etwas herber ist als unsere.
Der Stern wird durch vier Einschnitte in den Teig gefaltet. Es sieht kompliziert aus, ist aber in Wahrheit finnische Pragmatik pur: schnell, logisch, effizient. Und am Ende steht ein Gebäck, das perfekt nach Winter schmeckt – warm, fruchtig und leicht buttrig.
In dieser Version sorgt der Skyr für eine leichte Säure und macht den Teig etwas kompakter, ohne ihn schwer zu machen. Dazu kommt Kardamom, ein Gewürz, das in Finnland fast so selbstverständlich ist wie bei uns Zimt. Die Kombination ist simpel, aber typisch nordisch und genau richtig für den Advent.
Rezept: Joulutorttu – Finnisches Weihnachtsgebäck
Zutaten für 1 Blech

Zubereitung
Skyr vorbereiten
Skyr in ein Geschirrtuch geben, über einem Sieb abtropfen lassen und anschließend in eine Schüssel füllen.
Teig herstellen
Mehl, Salz, Kardamom, Zitronenabrieb und Eigelb zum Skyr geben. Alles zu einem glatten Teig verkneten. In Folie wickeln und 3 Stunden kaltstellen.
Formen
Backofen auf 190 °C vorheizen. Teig auf einer bemehlten Arbeitsfläche dünn ausrollen und in Quadrate von ca. 10 cm schneiden. In die Mitte etwas Marmelade setzen.
Sterne falten
Von jeder Ecke einen kleinen Schlitz in Richtung Mitte schneiden. Jeweils die erste Ecke jedes Schnitts zur Mitte hin einklappen. Mit verquirltem Ei bestreichen.
Backen
Joulutorttu 10–15 Minuten goldgelb backen und leicht abkühlen lassen. Mit Puderzucker bestäuben.
Warum sich die Skyr-Version lohnt
Der Teig wird weniger blättrig als das Original, dafür kompakter und angenehmer zu verarbeiten – gerade wenn man nicht mit klassischem Blätterteig arbeiten möchte. Die Marmelade bleibt gut in Form, der Teig wird nicht matschig und das Ergebnis schmeckt leicht, fruchtig und erstaunlich nah an der finnischen Variante. Perfekt, wenn man etwas anderes als die Standard-Weihnachtskekse backen will.
Tipps & Varianten: So bekommst du die besten Joulutorttu
Mit klassischer Pflaumenfüllung: Traditionell werden Joulutorttu mit einer etwas herberen Pflaumenmarmelade gefüllt. Wenn du ein authentisch finnisches Ergebnis möchtest, nimm keine zu süße Marmelade – die leichte Säure macht den Reiz aus und passt perfekt zum warmen Geschmack des Kardamoms.
Mit Apfel oder Preiselbeere: Falls du fruchtigere Varianten magst, funktionieren Apfelmus oder Preiselbeermarmelade großartig. Preiselbeeren bringen dieses typische „Nordlichter-Säure-Süße-Verhältnis“, das man aus skandinavischen Desserts kennt.
Knuspriger mit Blätterteig: Wenn du näher ans Original willst, kannst du den Skyr-Teig durch fertigen Blätterteig ersetzen. Dann werden die Sterne deutlich knuspriger und gehen im Ofen schön auf. Praktisch, wenn es schnell gehen muss.
Cremigere Version: Ein kleiner Klecks Vanillequark unter der Marmelade macht die Füllung cremiger und ein bisschen runder. Das passt besonders gut zu Aprikose oder Himbeere.
Weniger süß: Wenn du den Zucker reduzieren möchtest, lass den Puderzucker weg oder bestäube nur ganz leicht. Der Teig selbst braucht keine zusätzliche Süße, da die Marmelade für genug Geschmack sorgt.

