Sisu Challenge
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SISU Challenge Dezember

Gut genug und zwar mit Absicht

Warum ein bewusster Gang runter im Dezember mehr Ruhe bringt als jede Perfektion.
Der Dezember ist ein seltsamer Monat. Einerseits schön mit Lichternn, Gerüchen, Erinnerungen. Andererseits ein einziger Dauerlauf aus Terminen, Schichtbetrieb in der Küche, Geschenken, Jahresendspurt und sozialen Verpflichtungen. Es ist, als würde das Leben kurz vor Ladenschluss noch einmal alles auf die Kasse legen.

Und genau an diesem Punkt knicken viele ein: Man möchte es allen recht machen, es „schön“ haben, es „richtig“ machen und landet in einem Perfektionsmodus, der mit Weihnachten eigentlich wenig zu tun hat. Mehr Hektik als Harmonie. Mehr Anspruch als Atmosphäre. Die SISU Challenge für diesen Monat setzt genau dort an und dreht den Regler bewusst herunter. Nicht auf Null, sondern auf Normal.

Die Idee hinter der Challenge: „Gut genug“ als Haltung

In Finnland gibt es einen Satz, der die Dinge erstaunlich präzise trifft:
„Ei se oo niin justiinsa.“
Heißt frei übersetzt: „Es ist nicht so wichtig.“

Dieser Satz ist kein Schulterzucken, keine Gleichgültigkeit. Er ist eine Einladung zur Gelassenheit. Ein Stopp-Signal, wenn der Kopf überhitzt. Ein Hinweis darauf, dass Perfektion in den seltensten Fällen nötig ist und dass Energie besser dort eingesetzt wird, wo sie wirklich zählt.

„Gut genug“ bedeutet nicht, sich hängen zu lassen.
„Gut genug“ bedeutet, bewusst zu entscheiden: Ich mache das jetzt nicht schöner, größer oder perfekter als nötig. Ich mache es passend.

Es ist eine Form von innerer Kraft, die man nicht durch Hochleistung zeigt, sondern durch kluge Begrenzung. Das ist Sisu.

Wie „gut genug“ im echten Dezember aussieht

Es geht hier nicht um große Gesten. Im Gegenteil: Die Wirkung entsteht aus kleinen, klaren Entscheidungen, die sich über Tage zu einer echten Entlastung summieren. Vielleicht sieht „gut genug“ bei dir so aus:

Ein Geschenk weniger perfekt eingepackt.
Nicht dreilagig, nicht mit Tannenzweig-Deko. Einfach ein Papier, ein Band, fertig. Niemand wird dich dafür aus der Familie ausschließen.

Ein Essen, das nicht fünf Komponenten braucht.
Tiefkühlpizza mit einer Kerze auf dem Tisch? Funktioniert.
Ein improvisierter Nudeltopf? Noch besser.
Weihnachten lebt nicht von Sternanis, sondern von Menschen.

Eine E-Mail, die nicht glänzt.
Kurz, klar, raus damit.
Der Kollege liest sie ohnehin zwischen zwei Terminen.

Ein Abend, den du nicht vollstopfst.
Nicht noch ein Treffen, nicht noch ein „wir müssten…“.
Manchmal ist der mutigste Satz: „Ich lasse das heute.“

Eine Deko-Ecke, die nicht katalogreif ist.
Eine Kerze reicht. Vielleicht ein Stern. Mehr braucht die Seele nicht, um sich zu erinnern, dass es Advent ist.

Es sind genau diese Mikro-Entscheidungen, die den Dezember wieder auf eine realistische Größe bringen.

Warum es gerade jetzt wirkt

Der Dezember drückt aufs Gaspedal, auch wenn niemand darum bittet. Man versucht gleichzeitig loszulassen und zu liefern und landet oft in einem Zustand zwischen Vorfreude und Überforderung.

„Gut genug“ ist ein Gegengewicht. Ein bewusster Eingriff ins System. Jede Entscheidung für „gut genug“ ist eine Entscheidung für dich: für deinen Akku, für deine Zeit, für deine Nerven, für deinen inneren Frieden. Und plötzlich entsteht Raum. Raum für Genuss. Für Nähe. Für diese kleinen Momente, die man im Dezember eigentlich sucht, aber oft nicht sieht, weil man sich vorher mit zu vielen Details beschäftigt.

Die Challenge-Regel: Eine bewusste Entscheidung pro Tag

Einfach, klar, machbar:

Einmal am Tag entscheidest du dich bewusst für „gut genug“. Nicht zweimal, nicht überall. Ein Moment reicht.

Damit es wirkt, braucht es ein kleines Ritual: Sag es kurz zu dir selbst. Ein Satz reicht:

  • „So reicht es.“
  • „Das genügt.“
  • „Ich muss das nicht perfekter machen.“
  • „Fertig.“

Das markiert die Grenze und das ist der eigentliche Trainingseffekt. Nicht das Ergebnis, sondern die Entscheidung.

Bevor du ganz eintauchst in dieses „gut genug“-Gefühl: Auch Planung hat ihren Platz. Nicht die perfekt sortierte-Excel-Perfektion, sondern diese schlichte Art von Überblick, die den Dezember leiser macht. Wenn ein paar Dinge klar sind, werden viele andere automatisch einfacher. Weniger Druck bedeutet weniger innere Antreiber. Und je weniger du jonglierst, desto seltener rutscht man in diesen heimlichen Perfektionismus, der sich überall einschleicht, wo Chaos herrscht. Eine einfache Struktur, nicht hübsch, nicht glänzend, einfach funktional, schafft genau den Raum, in dem „gut genug“ wirklich leicht wird.

Wenn du Lust hast, dein Dezember-Chaos mit einer einfachen Struktur zu entschärfen: Im Lifestyle-Artikel auf Seite XY / I Artikel „Projektmanagement: Weihnachten findest du mein kleines Weihnachts-Template für Notion. Schlicht, übersichtlich und sofort einsatzbereit.

Was am Ende bleibt

Nach ein paar Tagen wirst du merken, wie sich etwas verschiebt. Nichts Großes, nichts Dramatisches. Aber etwas sehr Reales:

Die Dinge werden leichter. Du wirst gelassener.

Und Weihnachten fühlt sich nicht mehr wie ein Projekt an, sondern wieder wie ein Fest. Sisu bedeutet nicht, bis zum Umfallen stark zu sein. Sisu bedeutet, die eigene Kraft sinnvoll einzusetzen und sie nicht an Perfektion zu verschwenden, die am Ende niemandem guttut.

Gut genug ist genug. Und manchmal ist es genau das, was der Dezember braucht.


Ausgabe Dezember 2025 Weihnachten

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